Paul-Fahlisch-Gymnasium
Lübbenau

Ist die Hauptfigur Hanna Schmitz schuldig oder nicht schuldig?

Diese Frage stellten wir uns im Deutschunterricht der Klasse 10.1 nach der Behandlung des Romans „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink. In diesem Roman geht auch um die vergangene Zeit des Holocausts, der Judenverfolgung in der NS-Zeit.

Wir konnten keine richtigen Antworten finden. Also gingen wir auf die Suche….

Wir besuchten am 19.06.18 mit unserer Lehrerin Frau Mühmert das Mahnmal der ermordeten Juden Europas in Berlin Mitte.
In einer Führung mit einem ausführlichen Vortrag erfuhren wir, was in der Zeit des Nationalsozialismus mit den Juden in ganz Europa passierte. Uns wurde anschaulich erklärt, welche Symbolkraft das Denkmal haben soll.

Lea beschreibt beim Gang durch die Stelen ein beängstigendes Gefühl: „Der Weg wird immer tiefer und immer auswegloser!“ Für Anne tauchen Menschen unerwartet auf: „Sie zwingen uns einen anderen Weg zu gehen.“ „Wenn man zum anderen Ende gehen möchte, verliert man sich im Stelenfeld und verliert die Orientierung. Man weiß nicht mehr wohin.“, so stellt Joseph seine Wahrnehmungen dar. „Im Museum konnten wir uns sehr gut in die Menschen hineinversetzen und ihre Situation nachfühlen.“, sagt Sophie. Dort waren Briefe, Notizen und Erinnerungen von betroffenen Juden ausgestellt.

Insgesamt können wir nach dieser Exkursion in die „vergangene Zeit“ feststellen, dass wir auch an diesem Ort keine wirklichen Antworten finden konnten.

Es bleibt für uns die Gewissheit, dass es nicht um Schuld oder Nichtschuld geht, sondern um unsere Verantwortung, an das Geschehen und den Holocaust zu erinnern, um eine Wiederholung dieser Geschehnisse zu verhindern.
„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

Primo Levi

Klasse 10.1

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