Paul-Fahlisch-Gymnasium
Lübbenau

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Wir sind Schule ohne Rassismus! Am Mittwoch (09.05.2018) fand die festliche Verleihung des Titels statt. Anstatt eines Berichtes veröffentlichen wir dieses Mal die Reden von Anna und Max, zwei Mitglieder des Organisationsteams. Weiterhin sprachen Herr Lösche, Frau Weinert und der Bürgermeister und Pate des Projektes Herr Wenzel. Bilder sind natürlich auch dabei.

Zudem kann man hier den Artikel der Lausitzer Rundschau lesen.


Anna-Rosina Sellmer:

Liebe Gäste,

Was würden Sie tun, wenn an Ihrem Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft oder im Stadtteil Leute angepöbelt werden, weil sie sich durch ihre Kleidung, Sprache oder Hautfarbe von anderen unterscheiden?
Was würden Sie machen, wenn es nicht nur bei Anpöbeleien bleibt, sondern diese Menschen weiter erniedrigt oder sogar körperlich angegriffen werden?

Genau darüber haben wir uns vor zwei Jahren Gedanken gemacht. Wie können wir in der Schule einen toleranteren Umgang miteinander fördern? Dabei stießen wir auf das Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und nahmen die Arbeit sofort auf.

Schule ohne Rassismus ist ein Netzwerk aus über 2.500 Schulen und mehr als 300 außerschulischen Kooperationspartnern, die sich in einer Selbstverpflichtungserklärung darauf einigen gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt aktiv vorzugehen.

Bis zum heutigen Tag und unserer Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ war es ein langer Weg. Es hat uns viel Zeit und Mühe gekostet alle Schritte zu durchlaufen. Hiermit möchte ich mich, als Kopf der Projektgruppe, ganz herzlich bei meinen Mitschülern bedanken, dass sie mir von Anfang an tatkräftig zur Seite standen. Ich bin stolz, dass wir nun offiziell ein Teil dieses Projektes sind und in den nächsten Jahren aktiv gegen Rassismus aller Art an der Schule, aber auch in unserem täglichen Leben vorgehen können.

Für die Zukunft wünsche ich mir, und das ist ein Aufruf an alle amtierenden Schülersprecher und Schülersprecherinnen, dass wir immer eine starke Schülergruppe haben die künftige Projekte in Organisation und Umsetzung voranbringt. Schüler aller Jahrgangsstufen sollen die Möglichkeit haben, ihre Ideen und ihr Engagement in einen toleranteren und weltoffeneren Schulalltag einzubringen.

Max Buhlan aus der 11. Klasse war von Anfang an Teil der Projektgruppe und wird jetzt ein paar Worte zu unserer Vergangenheit und unseren Zukunftswünschen sagen.

Vielen Dank.

Max Buhlan:

Nachdem die Projektidee sehr viel positives Feedback vom Lehrerkollegium sowie seitens der Schüler bekam, standen wir als Klassensprecher vor der Aufgabe ein Organisationsteam aus unserer Mitte zu bilden, das die Verantwortung für eine erfolgreiche Umsetzung hin zur Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage tragen sollte. Anna, als damalige Schulsprecherin, übernahm die Leitung der Projektgruppe. Ab November 2016 trafen wir uns regelmäßig und trieben alle gemeinsam, darunter auch Emmi, Celina und Jolien, die Organisation voran, um alsbald unser Ziel zu erreichen. Bei all den Bemühungen konnten wir immer auf starke Unterstützung von Herrn Schöning, unserem Schulleiter Herr Lösche sowie von unserem Schulsozialarbeiter Herrn Munitz setzen. Und nun stehen wir gemeinsam hier und schauen auf eineinhalb Jahre Projektarbeit zurück und können uns ab dem heutigen Tag stolz als tolerante und couragierte Schule bezeichnen.

Auch schon in den Vorjahren konnten wir von uns behaupten, stets engagiert für ein gutes Schulklima gesorgt zu haben. Glücklicherweise stellte dieser Schulstandort nie einen sozialen Brennpunkt dar. Ein gutes Miteinander brachte uns schon ein ganzes Stück näher zum Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Zum Weihnachtsfest 2015 beispielsweise sorgten alle Klassen gemeinschaftlich dafür, dass es den in Deutschland angekommenen Flüchtlingen zum Weihnachtsfest an nichts fehlte. Angelehnt an „Weihnachten im Schuhkarton“ sammelten wir nützliche Alltagsgegenstände, um sie bedürftigen Flüchtlingskindern in der damaligen Erstaufnahmeunterkunft in Kittlitz zu übergeben. Damit trug jeder einzelne zur Integration der Geflüchteten bei und wir machten sie gleichzeitig mit dem christlichen Glauben vertraut. Nicht nur der Diskriminierung gegen Ausländer, sondern auch dem Mobbing im Schulalltag wirkten wir aktiv entgegen. So hatten einige Schüler die Möglichkeit an den Workshops von #nichtegal teilzunehmen. Sie drehten Videos, um gegen Internetmobbing vorzugehen und um für mehr Respekt im Netz zu werben. Denn Toleranz und Gemeinschaftssinn, niemanden auszugrenzen, weil er eine andere Haut- oder Haarfarbe hat, andere Hobbys und Interessen zeigt, an einen anderen Gott glaubt oder sein eigenes Geschlecht liebt, das alles sind Werte die unsere Gesellschaft ausmachen und Werte, für die jeder einstehen sollte, der die Vorteile dieser Gesellschaft genießt. Doch wie so vieles ist auch das eine Einstellungssache, die sich manipulieren lässt und durch bodenlose Argumente einen Freund zum Feind machen kann.

Wir hatten also schon ordentlich vorgearbeitet und konnten somit den Grundstein für eine erfolgreiche Bewerbung bei der Koordinationsstelle des Schulnetzwerkes legen. Frau Weinert stand uns bei dem Bewerbungsverfahren beratend zur Seite und der nächste Schritt war das Suchen von Paten, die unsere Schule nach außen hin repräsentieren können. Bei Herrn Wenzel und Frau Schimke fanden wir Unterstützung einerseits auf regionaler und andererseits auf Bundesebene. Das Interesse der beiden war schnell geweckt und ich denke, dass wir auch nachhaltig immer auf Herrn Wenzel und Frau Schimke setzen können.

Doch ein entscheidender Schritt trennte uns Ende letzten Jahres noch von der Titelübergabe, wie sie heute stattfindet. Es sollte sich zeigen, ob wir Schüler und Schulpersonal von unserem Vorhaben überzeugen konnten, denn mit einer Unterschriftensammlung musste bestätigt werden, dass min. 70% der gesamten Schulgemeinschaft hinter diesem Projekt stehen. Ich würde wohl selten so selbstbewusst hier stehen, wenn wir diese Hürde nicht um etliche Prozentpunkte toppen konnten.

Doch was steht nun an: nach der Übergabe des Schildes, welches im Übrigen im Eingangsbereich angebracht wird, heißt es sich zu beweisen. Einmal jährlich ist es die Aufgabe der Projektgruppe, der Landeskoordinationsstelle Bericht darüber zu erstatten, mit welchen Maßnahmen das Paul-Fahlisch-Gymnasium seinen Titel als couragierte Schule verteidigt. Wir konnten bereits im letzten November einige Anregungen für die Weiterentwicklung der Projektidee beim Landestreffen aller Schulen ohne Rassismus im Landtag in Potsdam sammeln. Und nun steht unsere Projektwoche bevor, in der sich interessierte Schüler im „Chat der Welten“ mit einbringen können. Höhepunkt dieses Angebotes wird ein Live-Chat mit Kindern aus anderen Ländern sein. Wir freuen uns zukünftig auf engagierte Zusammenarbeit mit unseren Paten und auf tatkräftige Unterstützung unserer Mitschüler!

Soweit von unserer Seite. Unsere Aufmerksamkeit widmen wir noch einmal Kimberly am Flügel. Vielen Dank!

Bilder