Paul-Fahlisch-Gymnasium
Lübbenau

Zeitreise ins antike Rom

Kolloseum, Petersdom und leckere Pizza – all das erlebten und genossen die Schüler der 11. und 12. Klassen auf ihrer diesjährigen Projektfahrt in die Hauptstadt Italiens. In freudiger Erwartung auf eine ereignisreiche Woche starteten wir gemeinsam mit unseren Lateinlehrerinnen Frau Müller und Frau Sauerbrei sowie Herrn Lösche und Frau Meißner am Sonntag, den 17.09.2017, die eintägige Busfahrt in den Süden. Die Koffer waren schnell gepackt, denn alle freuten sich noch etwas vom italienischen Sommer abzubekommen. Im Nu verging die mehr oder weniger erholsame Nacht im Reisebus, und wir erreichten unsere Campinganlage in einem Vorort Roms. Zwischen Orangen- und Granatapfelbäumen bezogen wir unsere Bungalows, bevor wir in Badehose die Sommersonne im kühlen Nass auskosteten. Einmal abgekühlt ging es weiter im Programm und ein Fußmarsch führte uns zum nächstgelegenen Bahnhof. Die Bahn brachte uns in Herz von Rom, wo wir einen ersten Eindruck von der Stadt bekamen. Während die Vororte unserer deutschen Reinlichkeit einen Kulturschock verpassten, zeigt sich die Innenstadt von ihrer schönsten Seite. Entlang der „Via del Corso“, einer der Hauptstraßen Roms, fiel uns die Orientierung sehr leicht. Wer jedoch Wolkenkratzer mit Glasfassade in Rom erwartet, wird leider enttäuscht. Dafür ließ uns die Stadt in die Welt der römischen Kaiser und Feldherren eintauchen. Für jede Sehenswürdigkeit bereiteten zwei Schüler ein kurzes Statement vor, in dem sie uns Fakten und Historisches kompakt zusammenfassten. Ob wir nun auf der Spanischen Treppe eine kurze Pause machten oder am Trevi-Brunnen einen Wunsch frei hatten, hielt jeder Stadtrundgang viel Wissenswertes und Freude bereit. Um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, führten uns unsere erfahrenen Romkenner Herr Lösche und Frau Müller entlang einiger Seitenstraßen zum besten Eisladen in der Gegend. Unschwer waren wir als Reisegruppe zu erkennen – jeder einen Rucksack auf dem Rücken und ein leckeres Eis in der Hand, doch das waren nur zwei Kugeln aus mehr als 150 Sorten! Die Sonne stand nun schon tief am Himmel und wir ließen uns, nach Besichtigung des Pantheons, in gemütlicher Runde eine heiße Pizza schmecken. Ein erster eindrucksvoller Tag ging zu Ende und drei weitere sollten folgen.

Bei strahlendem Sonnenschein wachten wir am Dienstagmorgen auf, doch die knackigen 8 °C ließen uns ordentlich bibbern. Mit guter Laune stürzten wir uns auf das Frühstücksbüffet. Die bevorstehenden Erlebnisse, genauso wie die Kaffeespezialitäten, welche fast jeden Kaffeetrinker überzeugten, ließen uns über das magere Frühstück hinwegschauen . Ziel des heutigen Tages war die Region rund um das Forum Romanum. Der Moment, als wir die U-Bahnstation verließen und auf den Vorplatz des Kolloseums traten, war nur eine von vielen Impressionen des Tages, die man nie vergessen wird. Wir kannten schon einige Abbildungen der römischen Vergangenheit aus dem Unterricht, doch die Vorstellung, wie Gladiatoren in dieser Arena kämpften, sowie die bauliche Leistung, welche die Menschen vor 2000 Jahren erbrachten, raubten uns den Atem. Ein paar Schritte weiter und etliche Selfies später betraten wir den Palatin, einen der sieben Hügel Roms, und tauchten in die Geburtsstunde des Imperiums ein. Wir streiften den Circus Maximus, deren Sandfläche heute nur schwer erahnen lässt, in welchen Dimensionen zur Kaiserzeit an diesem Ort Pferderennen veranstaltet wurden. Langsam waren die Füße schwer und die Sonnenbrille rutschte von der Nase, doch wir ließen uns keine Müdigkeit anmerken und besichtigten noch die letzten zentralen Punkte der Stadt, da sich jeder Kaiser durch seine Bauwerke für tausende von Jahren in Rom verewigte. Die ewige Stadt zeigte sich von ihrer eindrucksvollsten Seite und wir bekamen am Nachmittag die Möglichkeit jene auf eigene Faust zu erkunden. Die Freizeit nutzen wir auch zur Planung des noch jungen Abends. Die Nacht war noch fern und die Veranda vor dem Haus bot beste Vorraussetzung, den Tag bei selbst gekochten Nudeln und etwas Musik ausklingen zu lassen.

Doch was wäre eine Romreise ohne einen Papstbesuch. Wir stürzten uns also direkt ins Getümmel und besichtigten am nächsten Tag die Vatikanischen Museen. Unter großem Sicherheitsaufwand war es uns möglich, durch die endlosen Gänge und Gemächer im Zentrum des christlichen Glaubens zu laufen und diese zu besichtigen. Der Prunk und Protz der vergoldeten Räume lässt von Bescheidenheit in der katholischen Kirche nichts spüren. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich der Petersdom als nächstes Ziel unseres Rundganges. Es waren wohl an die zwei Stunden, die wir in der Besucherschlange auf dem Petersplatz verbrachten, um auf die Kuppel zu gelangen. Der Aufstieg war mühsam und eng, oft waren die Stufen nicht breiter als 50 cm entlang eines Seils, das auf die Aussichtsplattform des Doms führte. Der wunderbare Ausblick über Rom entschädigte jedoch die 551 Stufen und war eines der schönsten Fotomotive der ganzen Reise. Den Lateinschülern unter uns gelang es sogar, einige Innenschriften zu entziffern und somit ihr Erlerntes anzuwenden. Mit vielen Eindrücken traten wir den Weg zurück ins Camp an und freuten uns noch einen letzten Tag in der Stadt verbringen zu können.

Der Donnerstag brachte nicht nur Sonnenschein mit sich, sondern auch die gepackten Koffer und den Abreisestress. Der Vormittag führte uns zu Berninis berühmten Vier-Ströme-Brunnen, einem Symbol der damaligen größten bekannten Flüsse der Erde, sowie zur Aras pacis Augustae, dem Friedensaltar des Kaisers Augustus. Das letzte Mittagessen und eine Kugel Eis trennten uns nun noch vom Heimweg. Im letzten Moment dachten wir noch an unsere Lieben und besorgten das ein oder andere Souvenir, bevor uns unser Busfahrerpärchen Susi und Nico wieder sicher nach Hause brachte. Doch ein letzter Zwischenstopp bei McDonalds durfte natürlich wie auf jeder gelungenen Klassenfahrt nicht fehlen.

Wir bedanken uns bei all unseren Betreuern, dass sie uns eine so erlebnisreiche Woche in Rom beschert haben. Eine Projektfahrt, die unbedingt in den nächsten Jahren weitergeführt werden sollte!

Max Buhlan

Bilder