Paul-Fahlisch-Gymnasium
Lübbenau

Stolpersteine - Aktuelles

Lernstatt Demokratie Hamburg - „Gesagt. Getan.“

Unser Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“ wurde durch die Stiftung „Demokratisch Handeln“ gemeinsam mit 64 anderen aus über 250 Einsendungen aus der Ausschreibung "Gesagt. Getan. 2017" ausgewählt, an der diesjährigen Lernstatt Demokratie teilzunehmen.

In Hamburg erwartete uns vom 11.06. bis zum 15.06.2018 ein vielseitiges und erlebnisreiches Programm. Durch den Austausch mit den anderen Arbeitsgemeinschaften und den Besuch unserer Ausstellung durch Hamburger Schülerinnen und Schülern wurden unsere Projekte öffentlich bekannt gemacht. Damit war es uns möglich, gemeinsam Impulse zur Weiterführung der demokratischen Schulentwicklung zu erarbeiten.

So wurden wir am Dienstag, nach unserer Anreise und einem kleinen Programm im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, von der Siemensstiftung zu einer Hafenrundfahrt eingeladen, bei der wir wichtige Kontakte knüpfen und uns in geselliger Runde weiter über die Projekte austauschen konnten.

Am Mittwoch konnten wir neben unserer Arbeit in individuellen Workshops, welche Themen für jeden Interessenbereich bereithielten, auch der Preisverleihung des „Hildegard Hamm-Brücher-Preis für Demokratie lernen und erfahren“ im Körber-Forum beiwohnen. Dabei wurden der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und zwei besondere Schülerprojekte durch beeindruckende Reden von Steffen Reiche und Verena Hamm, der Tochter von Hildegard Hamm-Brücher, geehrt und ausgezeichnet.

Am Donnerstagabend sorgten die Inklusionsband „Station 17“ und der Kabarettist Thomas Philipzen für eine fantastische Stimmung. Zuvor arbeiteten wir weiter in den Workshops und erstellten im Rahmen „Demokratie entert Schule!“ - ein Schülermanifest, welches Forderungen für die demokratische Schulentwicklung stellt.

Am Freitag präsentierten wir diese mitten im Berufsverkehr am Jungfernstieg der Bevölkerung durch eine Demonstration der anderen Art, um mehr Aufmerksamkeit für das Projekt zu erhalten.

Der anschließende krönende Abschluss unserer Reise war die feierliche Preisverleihung im Hamburger Rathaus. Mit musikalischer Untermalung wurde jedes einzelne Projekt im Kaisersaal gewürdigt und somit ist unsere Schule nun ein ausgezeichnetes Projekt von „Demokratisch Handeln“.

Wenn ihr mehr über die Lernstatt Demokratie in Hamburg erfahren wollt, geht es hier zum Blog und zu vielen Fotos der Jungen Presse Hamburg, die die Veranstaltung fotografisch dokumentiert hat.

https://demokratie-entert-schule.de/

https://bit.ly/2G9ytXK

Insgesamt war die Teilnahme an der Lernstatt sehr aufschlussreich und ich hoffe, dass auch weitere Projekte unserer Schule die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen.

TH


Lübbenauer Schüler bringen Vergangenheit nach Berlin zurück

Am Samstag, den 5. Mai 2018, war die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ einer der vielen Akteure im Rahmen der jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung „DENK MAL AM ORT“ in Berlin. In der Galerie „Fantom“ in der Hektorstraße 9-10 in Berlin-Charlottenburg stellten die Schüler des Geschichtsgrundkurses der 11. Klasse einem interessierten Publikum ihre Nachforschungen über die Berlinerin Ernestina Gallardo vor. Wir lasen aus den Entschädigungsakten und offenbarten dem Publikum Einblicke in das Leben der Künstlerin und Sängerin, welche zu Zeiten des NS-Regimes Widerständler und jüdische Verfolgte versteckte und versorgte und dadurch ihr eigenes Leben unzählige Male riskierte. Auch nach Lübbenau hatte Ernestina Gallardo über ihre Tante Beatrice Ledermann Kontakte, dies war auch der Grund für die Entdeckung ihrer jüdischen Herkunft. Sie litt noch Jahrzehnte nach dem Krieg an den gesundheitlichen Folgen ihrer entbehrungsreichen und lebensgefährlichen Hilfstätigkeit und stürzte sich 1982 aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Markgraf-Albrecht-Straße 8 in Berlin in den Tod. Durch unsere Lesung, unser Wissen um die historischen Zusammenhänge sowie den Ideenreichtum des Publikums, welcher in der nachfolgenden Diskussion offenbart wurde, gelangte die Stolpersteingruppe zu neuen Erkenntnissen, Recherchewegen und auch Betrachtungsweisen, die wiederum zu eigenen neuen Ideen führten.

Wir ließen es uns auch nicht nehmen, Ernestina Gallardos an ihrer ehemaligen Wohnung zu gedenken.

Überrascht hat uns alle die hohe Besucherzahl in der kleinen Galerie, sogar eine ehemalige Nachbarin von Ernestina Gallardo hatte sich die Zeit genommen, um die Lesung zu hören. Aber es besuchten auch Leute die Veranstaltung, die sich noch nie mit dieser Person auseinandergesetzt hatten und Einblick in ihr Schicksal erhielten. Wir denken, dass dies der beste Beweis dafür ist, dass sich viele Deutsche noch immer mit der Vergangenheit ihres Landes aktiv auseinandersetzen möchten. Für uns war es ein besonderes Erlebnis zu erfahren, dass wir dabei mithelfen können.

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“

Marven Wuttke


Preisverdächtig 2

Der Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ 2017/18 unter dem Motto „Gesagt! Getan!“ führte die Projektgruppe Stolpersteine am 8. Mai 2018 erneut nach Berlin. Präsentiert wurden in der 5. Regionalen Lernstatt im FEZ Projekte und Initiativen von Schülerinnen und Schülern aus ganz Berlin und Brandenburg, welche den Begriff der Demokratie in den Mittelpunkt rückten und sich am Wettbewerb beteiligt hatten. Die Varietät der Arbeiten war dabei sehr groß. Sie reichte von Projekten mit geschichtlichem Hintergrund über Initiativen zur Unterstützung von Obdachlosen bis zum gemeinschaftlichen, länderübergreifenden Backen und Kochen. Bevor jedoch alle Beiträge betrachtet und hinterfragt werden konnten, stellte jede der zwölf Gruppen in kleinen Workshops ihr Projekt selbst vor. Danach entstand eine Diskussionsrunde zwischen sowohl Schülern als auch Lehrern und es wurde schließlich sogar ein kleines prägnantes Gedicht, ein kurzes Theaterstück oder auch nur ein Spruch entwickelt, in welchem die Gruppe zusammenfasste, was Demokratie für sie bedeutet. Diese Darbietung läutete den Beginn des großen Austausches ein, in welchem sich alle Gruppen Einblicke in die Arbeit der anderen Schüler verschafften. Ihren Abschluss fand die Lernstatt mit der Übergabe der Urkunden an die Teilnehmer. Einige werden wir in Hamburg wiedersehen, denn wir gehören zu den Preisträgern und dürfen unser Projekt bei der bundesweiten Lernstatt Demokratie vom 12.-15. Juni 2018 in der Hansestadt präsentieren.

Für uns als Projektgruppe war dies ein erkenntnisreicher Tag und auch eine wichtige Möglichkeit, um unsere Forschungen in die Öffentlichkeit zu tragen und damit auch mehr Interesse an dem Thema zu wecken

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“

Marven Wuttke


Preisverdächtig

Wie ihr wisst, engagiert sich der Geschichtsgrundkurs der 11. Klasse auch weit über den Unterricht hinaus mit dem Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“, in dem seit 2012 jüdische Schicksale erforscht werden. Bisheriger Höhepunkt des Engagements in diesem Schuljahr war die Gestaltung der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Lübbenau/Spreewald anlässlich des Holocaustgedenktages am 25. Januar 2018, bei der wir in Form einer Lesung in der Aula unseres Gymnasiums aus Akten der Entschädigungsbehörde des LABO Berlin das Schicksal der Berliner Sängerin und Schauspielerin Ernestina Gallardo rekonstruierten.

Ernestina Gallardo hat eine hochinteressante Lebensgeschichte, zu der auch gehört, dass sie in ihrer Wohnung in der Markgraf-Albrecht-Straße 8 in Berlin zwischen 1940 und 1945 Juden vor den Nationalsozialisten versteckte.

Interessanterweise haben wir Verbindungen zwischen Lübbenau und Berlin entdeckt. Die beiden Tanten von Ernestina Gallardo, Anna und Beatrice Ledermann, lebten in Lübbenau. Hier in Lübbenau erinnert durch unsere fleißigen Vorarbeiter ein Stolperstein an das Schicksal von Beatrice Ledermann.

Jedes Jahr findet in Berlin Anfang Mai die Veranstaltungsreihe „DENK MAL AM ORT“ statt. Wie schon im letzten Jahr, werden wir auch diesmal am Samstag, 05. Mai 2018, in Berlin sein und ab 14 Uhr in der Galerie Fantom in der Hektorstraße 8-9 aus alten Akten die Lebensgeschichten Ernestina Gallardos rekonstruieren. Wir bereiten derzeit diese Lesung vor und jeder, der an diesem Tag in Berlin ist, ist dazu herzlich eingeladen.

Da das Projekt auch durch uns weitergeführt wird, haben wir uns am deutschlandweiten Wettbewerb „demokratisch handeln“ 2018 beteiligt. Einige Schüler unseres Kurses werden am 08. Mai 2018 im FEZ Berlin-Wuhlheide das Projekt im Rahmen einer Lernstatt aller eingereichten Wettbewerbsbeiträge aus Berlin und Brandenburg vorstellen, um unsere Schule angemessen zu vertreten.

Mittlerweile erreichte uns die Nachricht, dass unser Projekt zu den 50 bundesweit ausgewählten Preisträgern gehört. Mit je einem Projektteilnehmer der Schuljahre 2016/17 und 2017/18 sind wir vom 12.-15. Juni 2018 zur Lernstatt des Wettbewerbs „demokratisch handeln“ und der Preisverleihung in Hamburg eingeladen.

Von der Jury wurde unser Projekt außerdem für den Deutschen Engagementpreis 2018 nominiert.

Weitere Infos findet ihr unter:

https://stolpersteineluebbenau.wordpress.com

www.denkmalamort.de

www.demokratisch-handeln.de

https://www.deutscher-engagementpreis.de/

Für die Projektgruppe

Florian Kortz

Eddy Griebner


Die neue Stolpersteingruppe stellt sich vor

Wir sind zwölf Schüler des Grundkurses Geschichte des Paul-Fahlisch-Gymnasiums in Lübbenau: Florian Kortz, Marven Wuttke, Eddy Giebner, Henry Werth, Marvin Reschke, Anton Scheppan, Niklas Lange, Jonas Noack, Patrick Güttler, Martin Brauer, Eric Schneider und Jonas Lehmann. Zu Beginn des Schuljahres 2017/18 standen wir vor der Wahl, zwischen „normalem“ Geschichtsunterricht und Projektarbeit zu wählen. So haben wir uns zunächst in vier verschiedenen Teams mit den Recherchen unserer Vorgänger vertraut gemacht. Vor uns haben sich bereits drei Projektgruppen mit den Schicksalen jüdischer Opfer des nationalsozialistischen Regimes beschäftigt. Obwohl in Lübbenau bereits zwei Stolpersteine zur Erinnerung an den Lübbenauer Tierarzt Max Plessner und die Geschäftsfrau Beatrice Ledermann verlegt wurden, haben wir gemerkt, dass dies gerade unter den Schülern wenig bekannt ist. Die vorherige Projektgruppe hatte schon damit begonnen, die Grabstellen von Max Plessner und Beatrice Ledermann aufzufinden. Ihr Ziel, dort Grab- oder Gedenksteine zu errichten, konnten sie leider nicht verwirklichen. Nach der Herausarbeitung der Ergebnisse der Vorgänger wollen wir uns nun auf die Dokumentation des Schicksals Ernestina Gallardos und die Aufstellung von Gedenksteinen an den Gräbern von Max Plessner und Beatrice Ledermann konzentrieren. Unser Ziel ist es, den Zusammenhang der Schicksale an unserer Schule und in Lübbenau bekannter zu machen.

Für die Projektgruppe Marven Wuttke


Gegen das Vergessen

Die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ war am 29. November 2017 in der Lübbenauer Altstadt unterwegs. Anlässlich des 75. Sterbetags von Beatrice Ledermann am 27. November 1942 besuchten wir den Verlegungsort der Stolpersteine. Die Exkursion diente als Erinnerungszeichen für die Lübbenauer Geschäftsfrau, damit ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät. Dort angekommen, säuberten wir zunächst die Gedenksteine für die beiden jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Zuerst gedachten wir des Lübbenauer Tierarztes Max Plessner, indem wir zwei weiße Rosen niederlegten. Überraschenderweise begegnete uns Herr Claudius, der Max Plessner als Kind noch kennenlernen durfte. Jedoch kann er sich nicht mehr genau an Max Plessner erinnern, da er damals noch zu jung war. Außerdem wünschte er uns noch viel Erfolg bei der weiteren Recherche. Nachdem wir uns von Herrn Claudius verabschiedet hatten, liefen wir zum Stolperstein für Beatrice Ledermann. Jeder legte eine weiße Rose neben den Gedenkstein. Frau Pohler berichtete währenddessen von der damaligen Zeit und den herrschenden Umständen, aber auch von den Verlegungen der Stolpersteine 2014 und 2015. Die Fotostudiobesitzerin Frau Arndt unterstützte tatkräftig die Verlegung des Steines für Frau Ledermann, da sich ihr heutiges Wohnhaus am alten Wohnort der Jüdin befindet. Bevor wir den Rückweg antraten, stellten wir uns auch ihr noch vor.

Patrick Güttler, Martin Bauer


Zwei Jahre spannender Recherche gehen zu Ende…

Wir haben uns in den letzten zwei Jahren dem Projekt „ Stolpersteine für Lübbenau“ gewidmet. Allerdings neigt sich nun auch unsere Schulzeit dem Ende zu, denn das Abitur steht vor der Tür. Andererseits haben wir auch einige spannende und bahnbrechende Entdeckungen in den Berliner Archiven gemacht. Wir haben ergründet, wer Ernestina Gallardo war. Sie ist eine Nichte von Beatrice Lederman. In den letzten Wochen stellte sich auch heraus, dass Beatrice Ledermann neben Anna Ledermann noch zwei weitere Schwestern hatte, die wie Ernestina Gallardo in Berlin lebten. Beatrice Ledermann und Max Plessner sind nun auch im Gedenkbuch des Bundesarchives verzeichnet. Dies lag unseren Vorgängern am Herzen.

Unser Ziel, Grabsteine für Beatrice Ledermann und Max Plessner an ihren Begräbnisstellen auf dem alten Friedhof in Lübbenau aufzustellen, konnten wir leider nicht umsetzen, weil nachträglich keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen. Aber es gibt vielleicht eine neue Projektgruppengeneration, die sich des Themas wieder annimmt und es schafft, Gedenktafeln für die beiden zu platzieren. Obwohl wir nun wissen, wer Ernestina Gallardo war, konnten wir leider ihre Biografie noch nicht bis ins kleinste Detail aus den Akten in Erfahrung bringen. Diese und zukünftige Aufgaben übertragen wir der nächsten Projektgruppe. Im Zusammenhang mit Ernestina Gallardo sind wir auf den Namen Carlota del Monta gestoßen und möchten wissen, um wen es sich hierbei handelt.

Wir wären sehr dankbar, wenn sich eine neue „Stolpersteingeneration“ findet, denn dieses regionale Thema darf einfach nicht in Vergessenheit geraten. Es stellt einen wichtigen Teil in unserer Heimatgeschichte dar.

Unser Dank gilt:

Jonas Drabow, der ein Jahr in unserer Gruppe mitgearbeitet hat,

Herrn Pfarrer Andreas Döhle, der unsere Recherchen tatkräftig unterstützte,

Herrn Joachim Liedtke, der uns stets zur Seite stand,

Familie Seeliger, der wir in Herzlichkeit verbunden sind,

Frau Babara Schieb, die als Leiterin der Gedenkstätte „Stille Helden“ in Berlin wichtige Spuren legte,

Herrn Stephan Zakow, der uns als Leiter der Entschädigungsbehörde für die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin Einblick in die Akten gewährte,

der Schulleitung, die unsere Fachexkursionen wohlwollend genehmigte,

Herrn Helmut Wenzel, der als Bürgermeister der Stadt Lübbenau/Spreewald immer hinter unserem Projekt stand,

Herrn Florian Schöning, der als Initiator des Projektes auch unsere Präsenz auf der Schulhomepage ermöglichte

und natürlich unserer Geschichtslehrerin

Frau StRin Antje Pohler, die uns zu Beginn der 11.Klasse den Vorschlag zur Weiterführung des Projektes unterbreitet und uns dann während der 2 Jahre kompetent begleitet, unterstützt und angeleitet hat.

Helen Bernhardt, Til Herrmann, Carlo Bückert, Henry Kerstan, Anne-Lena Rössel, Antonia Sergel, Hannes Slowik, Michelle Vadászi, Richard Witt.


Aktuelles von der Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“

Wir sind Helen, Til, Anne-Lena, Hannes, Henry, Jonas, Richard, Carlo und Michelle.

Eine neue Stolpersteingruppe hat sich gefunden. Da unsere Vorgänger erfolgreich ihr Abitur abgelegt haben, konnten sie das Projekt leider nicht fortführen. Allerdings hatten sie noch Ziele und Fragen, die sie nicht mehr erforschen konnten. Wir orientieren uns an der Vorarbeit und den noch offen gebliebenen Zielen unserer Vorgänger.

Eines unserer Hauptanliegen ist es, jeweils einen Grabstein für Beatrice Ledermann und Max Plessner aufzustellen, weil für beide noch keine existieren. Des Weiteren möchten wir herausfinden, wer Ernestina Galado war, da deren Name im Zusammenhang mit Beatrice Ledermann aufgetaucht ist. Unser drittes Ziel ist es, ein weiteres jüdisches Schicksal zu ergründen, was wir als eine sehr interessante Herausforderung betrachten. Zusätzlich wollen wir noch existierende Lücken in den Lebensläufen von Beatrice Ledermann und Max Plessner füllen.

Für weitere Informationen wendet Euch bitte an die Projektleiter Helen Bernhardt und Til Hermann oder besucht unsere Website: https://stolpersteineluebbenau.wordpress.com/

Eure Projektgruppe 2015/16/17


In stillem Gedenken ...

Im ersten Semester der Sekundarstufe II begann unsere Suche nach den Grabstellen von Max Plessner (1875 -1942) und Beatrice Ledermann (1866-1942) auf dem alten Friedhof in Lübbenau. Unser großes Ziel war es, durch einen Grabstein oder eine Gedenktafel an sie zu erinnern. Immerhin hatten uns unsere Vorgänger in der Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ am Paul-Fahlisch-Gymnasium dies als Vermächtnis mit auf den Weg gegeben. Ihnen war es gelungen, im Jahre 2014 und 2015 durch den Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für Max Plessner und Beatrice Ledermann verlegen zu lassen. Diese erinnern an den ehemaligen Wohnorten an die beiden Lübbenauer Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Doch wo sind sie begraben? Grabsteine sucht man vergebens.

Der erste Anlaufpunkt unserer Suche war der Lübbenauer Pfarrer Herr Döhle. Seine Worte „Ein Grabstein setzt ein Grab voraus.“ wurden zum Leitspruch unserer Recherchen nach den Grabstellen.

Unsere Vermutung ging dahin, dass die beiden Verstorbenen möglicherweise am Rand des Friedhofsfeldes bestattet wurden, weil sie vor ihrer drohenden Deportation in ein Vernichtungslager Selbstmord begangen hatten und viele Hinweise auf eine unwürdige Bestattung hindeuteten. Diese Annahme wurde dadurch gestützt, dass sich die leider kürzlich verstorbene Zeitzeugin Frau Ilse Müller in einem früheren Interview daran erinnerte, dass die beiden abseits von den anderen Verstorbenen begraben wurden. Herr Döhle unterstützte unsere kleine Gruppe nach Kräften bei ihrem Vorhaben. So begann eine lange, staubige Suche in den dicken Kirchenbüchern der evangelischen Kirche. Wir fanden sehr schnell die Namen der Gesuchten. Leider war bei beiden nur eine Angabe zum Begräbnisfeld A auf dem Friedhof vorhanden, wodurch eine genaue Bestimmung der Grabstelle zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war. Wir waren enttäuscht, als wir bei Max Plessner nur Angaben bezüglich seiner Berufsbezeichnung und seinem Nachnamen fanden. Doch angesichts der Umstände seines Todes ist dies nachvollziehbar. Zu Beatrice Ledermann fanden sich immerhin Geburts- und Sterbedatum. Weitere Hinweise gab es allerdings nicht. So galt es, auf dem von Herrn Döhle bereitgestellten Friedhofsplan zunächst herausfinden, wo das Feld A liegt.

Uns war außerdem bekannt, dass Anna Ledermann, die ältere Schwester von Beatrice Ledermann, einige Jahre vor Beatrice verstorben ist. Aus diesem Grund wollten wir ermitteln, wo sie 1937 bestattet wurde, weil eine mögliche Nähe der Grabstellen von Beatrice Ledermann und Anna Ledermann nicht auszuschließen war. Wir besuchten dann das Kirchenbucharchiv der Nikolaikirche, um dort Nachforschungen über Anna Ledermann anzustellen. Bedauerlicherweise war unsere Suche nicht von Erfolg gekrönt.

Der Alte Friedhof war zu diesem Zeitpunkt schon mehr als ein Jahr für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben. Eine unserer Vorgängergruppen hatte mit Pfarrer im Ruhestand Joachim Liedtke den Friedhof besichtigt, als er noch zugänglich war.

Daraufhin haben wir Herrn Liedtke befragt. Er konnte uns die ihm bekannten Grabstellen sehr genau beschreiben. Wir haben wir uns alte Fotos angesehen, auch Google-Maps kam zum Einsatz. So entpuppte sich ein auf dem Friedhofsplan eingezeichneter schmaler Weg am unteren Ende der Karte als eine viel größere Fläche als zuvor gedacht. (FOTO)

Es gelang uns nun nachzuvollziehen, wo sich die Stelle auf dem Friedhofsfeld A befindet. Diese Stelle passte ebenfalls zu einer Aussage der Zeitzeugin Ilse Müller, dass Max Plessner und Beatrice Ledermann in Sichtweite des Familiengrabes Müller begraben worden seien. Das Puzzle setzte sich langsam zusammen.

Anknüpfend an die Aussage von Herrn Liedtke durchsuchten wir noch einmal alle

Bildmaterialien der Vorgängergruppe und stießen schließlich auf ein Foto, das zu den Aussagen Herrn Liedtkes passte. Es zeigte eine Gruppe von drei Bäumen, die eine Art Dreieck bilden. Natürlich kann man nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass Max Plessner und Beatrice Ledermann an diesem Baumdreieck bestattet worden sind. (FOTO) Wir können es nur annehmen, da es zurzeit keine Möglichkeit gibt, den Friedhof zu besichtigen.

Wir legen nun bald unser Abitur ab und beenden damit unsere Forschungsarbeit in der Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“. Wir werden unsere Rechercheergebnisse an unsere Nachfolger weitergeben und vielleicht gibt es weitere Hinweise und Unterstützung aus der Bevölkerung, die es ermöglichen, dass eines Tages doch noch Steine an den Gräbern stehen.

Unser herzlicher Dank gilt Pfarrer Andreas Döhle, der uns stets mit großer Geduld unterstützte, und Pfarrer im Ruhestand Joachim Liedtke für seine hilfreichen Hinweise. Wir erinnern uns mit großer Dankbarkeit an Frau Ilse Müller.

Für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“

Anne-Lena Rössel, Hannes Slowik, Michelle Vadaszi


Rechercheerfolg der Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ in Berlin

Unser Besuch am 9. Februar 2017 im LABO, dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Berlin, bei Herrn Zakow, dem Leiter der Entschädigungsbehörde für die Opfer des Nationalsozialismus des

Landes Berlin, erfüllte alle unsere Erwartungen und überstieg diese noch.

Wir wollten mehr über die in Berlin als „Stille Heldin" geehrte Ernestina Gallardo (1912-1982) und ihr Leben erfahren. Auch eine mögliche Verwandtschaft zwischen ihr und der Lübbenauer Geschäftsfrau Beatrice Ledermann (1866-1942), an deren Schicksal hier in unserer Stadt ein Stolperstein erinnert, galt es aufzudecken. Bei unseren ersten Recherchen vor Ort in den Akten wurden wir nicht nur von Herrn Zakow, sondern auch von Frau Schieb, der Leiterin der Gedenkstätte „Stille Helden“ in Berlin, tatkräftig unterstützt.

Sie hat uns eingeladen, anlässlich einer Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte in Berlin am 6. Mai 2017 Auszüge aus den Akten zu lesen.

Wir ließen es uns nicht nehmen, auch das ehemalige Wohnhaus von Ernestina Gallardo in der Berliner Markgraf-Albrecht-Straße 8 aufzusuchen und ihrer zu gedenken.

Es wird weitere Veröffentlichungen zum Leben und Wirken Ernestina Gallardos geben und über die Verbindungen zwischen Berlin und Lübbenau.

Michelle Vadaszi

Mehr Bilder unten.


Reise in die Vergangenheit

Die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ unternahm am 15. Dezember 2016 eine Fachexkursion in die Gedenkstätte „Stille Helden“ in Berlin. Dort angekommen begrüßte uns die Gedenkstättenleiterin Frau Schieb und führte uns zunächst durch die Räumlichkeiten der Gedenkstätte. Im Besucherraum stellten wir uns als Projektgruppe vor und präsentierten unsere bisherigen Rechercheergebnisse zum Leben von Beatrice Ledermann und ihrer möglichen Verwandten Ernestina Gallardo. Daraufhin stellte uns Frau Schieb die Intention für die Gründung der Gedenkstätte, die Ehrung der „unbesungenen Helden“, vor. Die „unbesungenen Helden“ waren Westberliner Bürger, welche während der Zeit des Nazi-Regimes Juden vor ihrem Schicksal der Deportation bewahrt haben, ohne daraus selbst Profit zu schlagen. Frau Schieb gab uns hilfreiche Hinweise in Bezug auf die verwandtschaftlichen Verhältnisse der zuvor genannten Opfer des Nationalsozialismus. Während wir mit Frau Schieb die Akten durcharbeiteten, kam uns der Gedanke, dass die Einsicht in die Entschädigungsakte von Ernestina Gallardo genauere Hinweise über die Beziehung von Ernestina Gallardo und Beatrice Ledermann liefern könnte.

Als besondere Überraschung zum Abschied stellte sich sogar heraus, dass Ernestina Gallardo bereits als „unbesungene Heldin“ geehrt und somit an der Namenswand der Gedenkstätte verewigt ist.

Voller Tatendrang planen wir nun eine erneute Exkursion nach Berlin, um Einsicht in die Entschädigungsakte zu erhalten.

Michelle Vadaszi und Hannes Slowik für die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“


Endlich Einträge im Gedenkbuch (Dezember 2016)
Die Projektgruppe „Stolpersteine für Lübbenau“ hat Neuigkeiten zu verkünden. Seit dem 7. Oktober 2016 kann man nun auf der Webseite des Gedenkbuchs des Bundesarchives die Einträge zu Max Plessner und Beatrice Ledermann nachlesen. Somit ist es uns gelungen, dass zwei weitere Opfer des Holocaust nicht in Vergessenheit geraten, damit sich Verbrechen wie diese nicht wiederholen. Natürlich haben wir damit unsere Recherchen noch nicht beendet, denn es gibt mit Sicherheit noch unzählige weitere Schicksale, die es zu ergründen gibt.

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de971203 (Max Plessner)

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de268574 (Beatrice Ledermann)


Das Stolpersteinprojekt hat sich für den Franz-Bobzien-Preis 2016 beworben. Der Preis wird von der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhausen alle zwei Jahre vergeben. Verliehen wird dieser für besondere Leistungen im Bereich Demokratie und Toleranz. Unser Projekt „Stolpersteine für Lübbenau“ ist mehr als nur ein Projekt. Alle Gruppen haben wesentlich mehr erreicht als einen Stolperstein zu verlegen, Schicksale aufzudecken und Gedenkfeiern zu organisieren. Einem selbst wird erst spät bewusst, wieviel doch der Tropfen auf den heißen Stein ausmacht. Durch einen Stolperstein gibt man den Menschen einen Anstoß – wir vergessen weder Vergangene noch Vergangenheit. Außerdem ist er eine Möglichkeit auch in Zukunft an das Schicksal und den Menschen zu erinnern, ihn zu ehren und zu würdigen.


Stolpersteinverlegung am 23. März 2015

Am Montag wurde der Stolperstein für Beatrice Ledermann verlegt.

Weitere Informationen unter http://stolpersteineluebbenau.wordpress.com

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Stolpersteinverlegung am 20. März 2014

Am Donnerstag, dem 20. März 2014, erfolgte in der Ehm-Welk-Straße 34 die Verlegung des ersten Stolpersteines in Lübbenau/Spreewald. Gegen 9 Uhr versammelten sich zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger, um bei der Verlegung vor Ort zu sein. Eröffnet wurde die Verlegung durch eine Trompetenfanfare des Schülers Gregor Radnick (8. Klasse). Als der Bürgermeister Helmut Wenzel die Eröffnungsworte sprach, begann der Kölner Künstler Gunter Demnig direkt mit der Verlegung des Stolpersteines für den jüdischen Tierarzt Max Plessner. Während des Einsetzens gaben wir unseren Zuhörern einen Einblick in das Leben und das Schicksal Max Plessners. Auch Gunter Demnig selbst ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte über sein Projekt und diese besondere Form des Gedenkens zu sagen. Besonders beeindruckend waren seine Schlussworte: ,, Wer die Inschrift auf dem Stein lesen möchte, muss sich vorbeugen und verbeugt sich so vor dem Menschen‘‘.
Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe ,,Stolpersteine für Lübbenau/Spreewald‘‘

Die Erinnerung wachhalten

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ (Talmud)
Unter dieser Devise führt der neue Grundkurs Geschichte der Klasse 11 des Paul-Fahlisch-Gymnasiums das Stolpersteinprojekt fort. Unsere Vorgängergruppen verlegten schon durch die Hilfe von Gunter Demnig zwei Stolpersteine in Lübbenau. Um die weiteren Vorhaben der Vorgänger fortzusetzen, forschte ein Teil der Gruppe in alten Gerichtsakten, um die Biografie des Tierarztes Max Plessner zu vervollständigen. Max Plessner wurde am 29. April 1875 in Berlin geboren. Anlässlich seines Ehrentages möchten wir an den beliebten Lübbenauer Tierarzt erinnern.

Am 22. August 1942 fand man ihn um 17:00 Uhr, nach seinem Selbstmord durch eine Morphin-Injektion, tot in seiner Wohnung auf. Beigesetzt wurde er auf dem „Alten Friedhof“, welcher heute der Skulpturenpark ist. Nachdem Paul Claudius Max Plessner von Berlin nach Lübbenau geholt hatte, lebtedieser dort 40 Jahre lang zusammen mit seiner Wirtschafterin Martha Nadebor neben Familie Claudius im Dachgeschoss des Hauses in der heutigen Ehm-Welk-Straße 34. Außerdem konnten wir aufgrund unserer ausgiebigen Recherche herausfinden, dass Max Plessner als Frontkämpfer am 1. Weltkrieg beteiligt war. Er verrichtete seinen Dienst als Oberveterinär im Ersatz-Feldartillerie-Regiment in Zossen.Bereits seit 1899 durfte er als staatlich zugelassener Tierarzt arbeiten und übernahm später zudem die Fleischbeschauung. Er war nicht nur aufgrund seiner hervorragenden Allgemeinbildung in vielen Bereichen sehr beliebt, sondern auch wegen seiner „ruhigen, hilfsbereiten, ehrlichen, hochanständigen und tüchtigen Art“ , wie Fritz Gadebusch, ehemaliger Amtsgerichtsrat aus Lübbenau, berichtete, der seit 1921 durch seine antifaschistische Haltung eine enge Freundschaft zu Max Plessner pflegte. So fuhr er aufs Land, um dort Sprechstunden abzuhalten, wurde zu Routineuntersuchungen des Viehbestandes von vielen Bauern zu Rate gezogen und scheute dank seiner tierlieben Art nicht davor zurück, auch mehrere Nächte in Viehställen zu verbringen, um die Genesung so schnell wie möglich voranzubringen. Natürlich konnte auch Plessner nicht jedes Tier retten, umso schwerer fiel es ihm, dem durch den Verlust eines Tieres geschädigten Bauern, eine Rechnung zu schreiben. Anstatt dessen wurde er von den Bauern zum Beispiel zum Abendessen eingeladen oder nahm auch ein Dankeschön als ausreichende Belohnung entgegen. Herr Schulze aus Lübbenau erinnert sich, dass Max Plessner auch bei seiner Mutter und ihrer Familie in Stennewitz auf dem Hof geholfen hat. 1928 wurde deren Haus gebaut und sie betrieben Landwirtschaft. Ende der zwanziger Jahre, zur Zeit der Wirtschaftskrise, habe Max Plessner auch schon mal für ein Abendbrot und etwas Geschlachtetes die Tiere behandelt. „Das war eben ein anständiger Mensch“, so Herr Schulze.
Deswegen ist es kaum verwunderlich, dass unzählige Bauern trotz Entzuges seiner Praxis im Jahre 1938, nachdem ihm 1936 bereits nach Verfügung des Innenministers die Fleischbeschauung entzogen wurde, seine Hilfe in Anspruch nahmen. Auch wenn sie später mit Bestrafungen zu rechnen hatten, holten sie sich dennoch Ratschläge bei dem „beliebten Tierarzt“ (Erna Schulz). Erna Schulz besaß ein Geschäft in der Ehm-Welk-Straße 32. Sie berichtete bereits 1947 darüber, wie sie durch das Schaufenster ihres Geschäftes beobachten konnte, wie Bauern mit ihren Wagen kranke Tiere zu Max Plessner nach Lübbenau brachten.

Wegen seines hochanständigen Charakters blieb Max Plessner auch nach seinem Suizid bei der Bevölkerung und deren Nachkommen in guter Erinnerung. Denn er blieb bis zum letzten Moment, bis seine Seele dem Druck nicht mehr standhalten konnte, trotz mehrfacher Schikanen und Niedermachungen stark und immer hilfsbereit.

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