Paul-Fahlisch-Gymnasium
Lübbenau

Exkursion nach Nizza

1 Ankunftstag in Nizza

Ein Großteil der Klasse 11/3 verbrachte die diesjährige Projektwoche an der Côte d Azur, der azurblauen Küste. Bereits am 19. September, pünktlich um 11.55 Uhr, startete unser Flieger von easyJet und nur zwei Stunden später landeten wir sicher in Nizza (Nice), der wichtigsten Stadt des Départements Alpes-Maritimes und der fünftgrößten Metropole Frankreichs. Nun sahen wir das „grand bleu“, wie die Einheimischen das Mittelmeer ehrfürchtig nennen, mit eigenen Augen.

Mit der Buslinie 99 fuhren wir vom aéroport bis ins Zentrum der Stadt und von dort weiter mit der „tramway“ bis zur Haltestelle Vauban.

Nach einem flüchtigen Erkunden des Hotels machten wir uns sofort auf den Weg in die Stadt. Zuerst wurden wir durch einen marché aux puces (Flohmarkt) auf der place Garribaldi gebremst, dem wir einige Zeit widmeten. Dann bestiegen wir den „petit train“ und bekamen bei einer Stadtrundfahrt bei strahlendem Sonnenschein (hier scheint die Sonne 2640 Stunden im Jahr) einen ersten Eindruck von der Schönheit Nizzas. Wir lernten sowohl die malerische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen als auch das mondäne Nizza kennen. Über Kopfhörer erhielten wir Informationen zur Geschichte der Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten in jeder gewünschten Sprache. Vorbei am Hafen mit imposanten Kreuzfahrtschiffen, aber auch malerischen Fischerbooten, erklomm der kleine Zug die höchste Erhebung der Stadt, von welcher man einen wundervollen Ausblick auf die Baie des Anges (Engelsbucht) und die Promenade des Anglais, die Strandpromenade, hat. Die beliebte Uferstraße erhielt diesen Namen, weil 1822 ein englischer Pfarrer Geld für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen spendete, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und so war es möglich, aus dem ehemals schmalen Uferweg eine 9 Kilometer lange, prachtvolle Promenade zu erbauen.

Wir beendeten den ersten Tag mit einem gemütlichen französischen Picknick am Strand, zu dem jeder von uns etwas beisteuerte. Einige Mutige nutzten die Chance, um ins kühle Nass zu springen. Der Sonnenuntergang lud zum Fotografieren ein, so dass viele wundervolle Bilder entstanden.

2 Tag im Fürstentum (la principauté) Monaco

Am Sonntag besuchten wir das Fürstentum Monaco, nach dem Vatikanstaat das zweitkleinste Land der Erde. Mit der „Ligne d Azur“ fuhren wir etwa eine Stunde die Küste entlang (und das nur für einen Fahrpreis von 1,50 Euro für 18km !!), bis wir im mondänen Monaco ankamen. Hier leben ca 37.000 Einwohner auf einer Fläche von 2,03 Quadtratkilometern. Damit ist der Zwergenstaat das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Es gibt nur 7000 echte Monegassen, 78% der Bevölkerung sind Ausländer ohne monegassischen Pass. Sehr begehrt ist das Fürstentum als Wohnsitz der gut Betuchten. Hier werden weder Einkommens-, noch Erbschaftssteuern erhoben. Monaco ist ein sehr sicheres Land. Auf ca. 60 Bürger kommt ein Polizist. Jährlich beantragen 500 Personen die monegassische Staatsangehörigkeit. Prinz Albert II. entscheidet persönlich, ob der Antrag genehmigt wird oder nicht.

Wegen des Platzmangels wurden viele Wolkenkratzer mit 30 Stockwerken und mehr an die Hänge gebaut. Die Immobilienpreise sind enorm hoch. Durch Aufschüttungen versucht man, dem Meer neue Flächen abzugewinnen. So ist der neue Stadtteil Fontvieille entstanden.

Leider wehte an diesem Tag keine Fahne auf der Tour Sainte -Marie, was uns zeigte, dass Fürst Albert nicht zu Haus war. Aber der atemberaubende Blick vom Fürstenpalast auf den Stadtteil Monte Carlo entschädigte uns. Auch in Monaco fuhren wir mit einem „petit train“ durch das Fürstentum, vorbei am berühmten Casino, der Formel 1-Strecke bis zum Ozeanografischen Museum und erfuhren dabei viel Wissenswertes. Danach schloss sich ein Besuch des vom leidenschaftlichen Meeresforscher Albert I. gegründeten Musée Océanographique an. Über 10000 Ausstellungsstücke werden hier sehr interessant präsentiert. Die Aquarien im Untergeschoss zeigten die enorme Artenvielfalt, die uns sehr beindruckte. Die erste Etage widmet sich Fischarten des Mittelmeeres und Korallengewächsen. Im oberen Stockwerk wurden früher lebende Meerestiere vorgestellt. Besonders einprägsam waren das riesige Walskelett, welches an der Decke befestigt ist sowie ein zum Ausgang führendes Becken, bei dem man die Chance hatte, Haie hautnah zu erleben.

Nach diesen vielen Eindrücken gingen wir an den Strand und genossen Sonne und Wasser. Für die Fußballbegeisterten unter uns wartete an diesem Sonntag noch ein besonderer Höhepunkt. Zusammen mit Frau Kolouschek fuhren sie ins Stadion Louis II, in dem 17.00 Uhr das Spiel zwischen dem AS Monaco und dem FC Lorient angepfiffen wurde. Da keine monegassische Liga existiert, spielt der AS Monaco im französischen Ligabetrieb und ist Mitglied im Französichen Fußballverband FFF. Fünf Tore bekamen sie zu sehen!! Und für Schüler unter 16 Jahren war der Eintritt sogar „gratuit“.

Nach der Rückfahrt nach Nizza begaben wir uns zur place Masséna, wo wir in den hübschen Restaurants köstliche Spezialitäten der Region probierten.

3 Tag in Grasse und Cannes

Auch am dritten Tag erwarteten uns wieder spannende Erlebnisse. Wir fuhren mit dem Bus in das 333 Meter hoch gelegnene Grasse, die Hochburg der Parfümindustrie und wurden dort bei einer Besichtigung der Manufaktur Fragonard in die Kunst des Kreierens von Düften eingeweiht. Bei einer Führung konnten wir unsere eigenen Nasen testen und Düfte erraten. Wir erfuhren z.B., dass man für die Herstellung von 3kg Jasminkonzentrat 1 Tonne Blüten benötigt. Danach hatten wir die Möglichkeit, Düfte wie Étoile, Fleur de nuit, Beau gosse, Désert und viel andere käuflich zu erwerben.

Nach einem Stadtbummel mit reichlich Shopping-Möglichkeiten fuhren wir nach Cannes. Die Busfahrt führte die Berge, die wir zuvor in Richtung Grasse erklommen hatte, wieder hinunter. Die Fahrweise des Busfahrers sorgte bei einem Großteil von uns für unruhige Mägen. Etwas angeschlagen, aber trotzdem gut gelaunt kamen wir am Nachmittag in der Stadt der Filmfestspiele an. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, uns auf dem roten Teppich zu fotografieren. Im Palais du festival wird jedes Jahr im Mai die Goldenen Palme (la palme d or) an den besten nationalen oder ausländischen Film verliehen. Wir bewunderten die berühmte Uferstraße la Croisette, gesäumt von Palmen und den zahlreichn Vier-und Fünfsternehotels. Nach einem ausgiebigen Bad im Mittelmeer fuhren wir am Abend von Cannes über Antibes nach Nizza zurück.

4 Tag in Nizza

Am Dienstag stand leider schon unsere Abreise bevor. Doch bis zum Rückflug am Nachmittag war noch viel Zeit, die wir nutzen wollten. Wir besuchten den berühmten Blumenmarkt, auf dem aber auch viele Gewürze, Souvenire und frisches Obst und Gemüse verkauft werden. Voller Eindrücke starteten wir im sonnigen Nizza und landeten gegen 19.00 Uhr wieder in Berlin, allerdings bei 12° und Regen.

Die Kursfahrt nach Nizza ist eindeutig gelungen. Wir haben die Schönheiten der Côte d Azur kennengelernt und viel über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der von uns besuchten französischen Städte sowie Monacos erfahren. Die französiche Kultur wurde uns wirklich nahe gebracht und wir hatten die Gelegenheit, unsere Sprachkenntnisse anzuwenden und zu verbessern sowie viel Material für die Vorträge zu sammeln, die wir im Rahmen verschiedener Unterrichtsfächer über einzelne Reiseetappen halten werden. Das Wetter war perfekt, die Ausflüge informativ.

Vielen Dank an Frau Kolouschek und Frau Böhmer, die die Reise vorbereitet, uns begleitet und in jeder Situation unterstützt haben.

Fabienne Kunert & Susi-My Böhme


Nachtrag von Mme Böhmer et Mme Kolouschek:

Wir bedanken uns bei allen Reiseteilnehmern. Ihr habt es uns sehr leicht gemacht, alles hat super geklappt, ihr ward immer pünktlich, zuverlässig, dankbar. Alle haben sich mustergültig auf die Reise vorbereitet und die Gruppe über die einzelnen Sehenswürdigkeiten informiert. Wir werden diese Exkursion immer in guter Erinnerung behalten. Merci!! Mit solchen Schülern immer gern wieder.

Bilder